Naturgarten - Herbstpflanzen und Herbststauden im Naturgarten

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Rettet unsere Kastanien - Was tun?

So sieht das Krankheitsbild der betroffenen Kastanien aus

In wenigen Jahren hat sich die Kastanienminiermotte stark verbreitet. Die Kastanienminiermotte, die für das Kränkeln der Kastanien verantwortlich ist, befällt
fast nur die weiß blühende Rosskastanie und sorgt für vorzeitigen Blätterfall. Zwar sind manchmal auch die rot blühende Kastanie oder die kleine Rosskastanie betroffen, dies kann man aber wegen der geringen Zahlen vernachlässigen. An Ahorn-Bäumen kann man die Miniermotte gelegentlich beobachten. In der Regel stehen dann von der Miniermotte befallene Kastanien in der Nähe.

Befall eines Kastanienblattes - Miniermotte

Schadbild Kastanienblatt

Erster Befall, unteres Drittel, Mai

Befall durch die Miniermotte im Mai

Bereits im Frühjahr ist im unteren Drittel der Bäume der Befall durch die Miniermotte erkennbar. Die Kastanienminiermotte sticht im Frühjahr die Blätter an und legt in die Blätter Eier ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die die Kastanienblätter an der Unterseite zerfressen. Die obere Schicht des Blattes bleibt intakt, so dass das Blatt gegen Licht durchscheinend wirkt.

Bis zu drei Generationen der Kastanienminiermotte können so in einem Jahr eine Kastanie schädigen. Ab Juli dehnt sich das Krankheitsbild - hellbraune bis rotbraune Flecken auf den Kastanienblättern - auf den ganzen Baum aus. Durch den immer stärkeren Befall reagiert die Kastanie schließlich mit Laubfall. Kastanien mit verfärbten Blättern, die von der Miniermotte befallen sind, können ein zweites Mal austreiben. Dieser zweite Austrieb - manchmal sogar mit einer zweiten Blüte im Herbst - schwächt die Bäume und kann sie frostempfindlich machen. Im Normalfall schwächt die Kastanienminiermotte zwar die Pflanze, aber sie schädigt ihre Wirtspflanze nicht so stark, dass sie eingeht.

Befall durch die Miniermotte im Juni

Fruchtstand der Kastanie im Juni

Befall, unteres Drittel, Juni. Die befallenen Stellen verbreiten sich über die Blätter.

Fruchtstand der Kastanie.

Der Befall im oberen Bereich der

Kastanie ist noch nicht erkennbar.

 

Kastanie im Mai

Blüten der Kastanie im mittleren Bereich der Kastanie.

Die Blätter sind in diesem Bereich sattgrün, Verfärbungen sind an den Blättern noch nicht zu erkennen.

In der Regel zeigt sich der erste Befall durch die Kastanienminiermotte im Frühjahr an den unteren Blättern der Kastanie.

Das Abpflücken der Blätter, die sich verfärben, macht keinen Sinn. Dann ist es in der Regel zu spät. Bei größeren Kastanien kommt dies ohnehin nicht in Frage.

Kastanienblüte. Baum, der noch nicht im oberen Bereich befallen ist.

Der Verursacher der Kastanienkrankheit - die Miniermotte

Die Miniermotte, die das Krankheitsbild der Kastanien verursacht, ist bis zu 5 mm lang, die Flügel zeigen Streifen, die an Tigerfellmuster erinnern.

Die Vorderflügel der Miniermotte haben eine bräunlich-metallisch schimmernde Färbung.

Miniermotte

 

Miniermotte

 

So sollte man gegen die Miniermotte vorgehen

 

Versuche, der Miniermotte mit der chemischen Keule zu Leibe zu rücken, sind bisher gescheitert. Auch im Interesse der eigenen Gesundheit sollte man auf die Giftküche der Gartencenter verzichten,  auf die Ratschläge von Baumspezialisten hören und wie folgt vorgehen:

 

Das Herbstlaub ist so vollständig wie möglich aus dem Garten zu entfernen, denn im gefallenen Laub nisten bereits die Puppen, die für den Neubefall der Bäume im nächsten Frühjahr verantwortlich sind. Gänzlich lässt sich der Befall damit nicht verhindern, aber das Schadbild tritt nicht mehr so stark auf. Bei höheren Temperaturen kompostierte Blätter sollten zudem mit einer 10 cm starken Schicht eines anderen Kompostmaterials abgedeckt werden, sonst läuft man Gefahr, statt einer Reduzierung der Miniermotte zu erreichen geradezu neue Heerscharen an Miniermotten zu züchten.

 

Eine andere Möglichkeit: Die abgefallenen Kastanienblätter kann man in verschlossenen Kunststoffsäcken bis zum nächsten Sommer lagern. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die befallenen Blätter bereits weitgehend zersetzt und mit ihnen auch die Miniermotte. Damit die Kastanienminiermotte die Prozedur nicht überlebt, sollte 1 Liter Wasser in den Kunststoffsack gegeben werden.

 

Sollte man jetzt noch Kastanien pflanzen?

 

Da die Kastanienminiermotte die weiß blühende Kastanie benötigt, sollte man vorerst eher rot blühende Kastanien pflanzen, die die Miniermotte nicht befällt. Je nach Lage kann als Alternative auch die Esskastanie gepflanzt werden.

 

Eine Pilzerkrankung - zum Verwechseln ähnlich

 

Gerade in feuchten Sommern zeigen Kastanienblätter einen weißlichen Belag auf den Blättern. Hierfür ist meist der Echte Mehltau verantwortlich.

 

Die Blattbräune verursacht braune Flecken auf den Kastanienblättern. Bei stärkerem Befall rollen sich die Kastanienblätter ein und fallen schließlich vertrocknet vorzeitig ab. Dieser Befall der Kastanien lässt sich vom Schadbild durch die Kastanienminiermotte dadurch unterscheiden, dass die Blätter bei der Blattbräune im Licht nicht durchscheinend wirken.

 

Pilzbefall einer Kastanie

Kastanienkrankheiten: eingerollte Blätter einer Kastanie

Pilzbefall einer Kastanie

vertrocknete Kastanienblätter

 

Starker Mehltaubefall an Kastanien

Die Kastanie ist so stark vom Mehltau befallen, dass die typische

Blätterform erst von Nahem erkannt werden kann.

 

 

Pseudomonas syringae ... - Bakterien im Kastanienstamm

 

Bakterien und Pilze, die sich in einem Kastanienstamm einnisten, erkennt man an schwarz verfärbten und nässenden Stellen des Stammes. Oft platzt hier auch die Rinde auf. Bei starkem Befall sterben einzelne Äste ab, Baumkronen können lichter werden. In der Regel erholen sich die Pflanzen wieder nach dem Befall.

   
   
   

 

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